Thursday 23 November, 2017
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Peking protestiert gegen Trump-Telefonat mit Taiwans Präsidentin


Veröffentlicht: 04 December 2016 Sunday, 09:31  AM

Peking protestiert gegen Trump-Telefonat mit Taiwans Präsidentin

Bonn, Dec 02 (deutschenews24.de/AFP) – Peking hat bei den USA offiziell gegen das Telefonat des designierten US-Präsidenten Donald Trump mit Taiwans Staatschefin Tsai Ing-wen protestiert. Das chinesische Außenministerium teilte am Samstag mit, eine entsprechende Stellungnahme sei der zuständigen Stelle in den USA übermittelt worden.

Es müsse darauf hingewiesen werden, dass es "in der Welt nur ein China" gebe. Taiwan sei ein "unveräußerlicher Bestandteil von Chinas Staatsgebiet". Zuvor hatte bereits der chinesische Außenminister Wang Yi darauf bestanden, dass Washington seine Ein-China-Politik beibehalten müsse. Das Telefongespräch sei ein "von Taiwan ausgehecktes Manöver", sagte er dem Hongkonger Fernsehsender Phoenix.

Taiwan hatte sich zum Ende des Bürgerkriegs 1948 von China abgespalten. Es wird aber von Peking weiter als abtrünnige Provinz betrachtet. Die Regierung in Washington hatte 1979 die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan gekappt und im Zuge ihrer Ein-China-Politik Peking als einzige chinesische Regierung anerkannt.

Im offenen Bruch mit jahrzehntelanger US-Diplomatie hatte Trump am Freitag aber überraschend mit der taiwanischen Staatschefin Tsai telefoniert. Das Weiße Haus distanzierte sich umgehend. Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Emily Horne, sagte: "Es gibt keine Änderung an unserer seit langem geltenden Politik" und fügte hinzu: "Wir sind streng unserer Ein-China-Politik verpflichtet."

Angesichts der Aufregung um sein Telefonat erklärte Trump später, dass Tsai ihn angerufen habe, um ihm zum Wahlsieg zu gratulieren. Zudem schrieb er im Internetdienst Twitter: "Es ist interessant, dass die USA militärische Ausrüstung im Milliardenwert an Taiwan verkaufen, aber ich soll keinen Glückwunschanruf akzeptieren."

 

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