Friday 24 November, 2017
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Kontrolleure finden Pestizide in Kräutern und Blei in billigem Mo


Veröffentlicht: 04 December 2016 Sunday, 07:13  AM

Kontrolleure finden Pestizide in Kräutern und Blei in billigem Mo

Bonn, Dec 02 (deutschenews24.de/AFP) – Pflanzenschutzmittel in Küchenkräutern und Schwermetalle in billigen Modeschmuck: Bei Verbraucherschutzkontrollen haben die amtlichen Prüfer im vergangenen Jahr wieder bedenkliche Grenzwertverstöße festgestellt. Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom Mittwoch waren Proben von Rosmarin, Oregano und Dill häufig mit Pestiziden belastet, preiswerter Schmuck etwa mit Blei.

Bei neun Prozent aller Rosmarin-Proben seien die rechtlich zulässigen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel überschritten worden, erklärte die Behörde bei der Vorstellung seines Jahresberichts zu den bundesweiten Verbraucherschutzuntersuchungen in Berlin. Gleiches gelte für 7,6 Prozent der Dill- und 6,5 Prozent der Oregano-Proben. Schon bei Kontrollen der vorigen Jahre fielen Kräuter öfter durch Pestizidbelastung negativ auf.

In den Rosmarin-, Oregano- und Dillproben ließen sich demnach in mehr als 90 Prozent der Fälle außerdem Rückstände des Metalls Aluminium nachweisen, bei mehr als der Hälfte der Fälle lagen diese über dem bei unbehandelten Lebensmitteln typischen Maß. Der Grund könnte in der Verwendung von aluminiumhaltiger Pestiziden oder auch in einer Aluminiumanreicherung in den Böden der Anbaugebiete liegen, erklärte das Bundesamt.

Da Kräuter üblicherweise in geringen Mengen gegessen würden, stellten die Pflanzenschutzmittelreste "kein unmittelbares Risiko" dar, betonte das BVL. Das gelte auch für den relativ hohen Aluminiumgehalt, der an den Proben gefunden worden sei.

Trotzdem seien Erzeuger in der Pflicht, erklärte dessen Chef Helmut Tschiersky. "Auch wenn durch diese Produktkategorie kein akutes Risiko für die Verbraucher besteht, müssen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden." Für Pestizide gelten verbindliche Grenzwerte, für Aluminium nicht. Es gibt nur Empfehlungen sowie vereinzelt Sondervorschriften. So gelten in Bayern etwa Höchstwerte für Laugengebäck.

Die Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern warnten zudem vor häufig überhöhten Schwermetallwerten bei preiswertem Modeschmuck. Zwölf Prozent der untersuchten Produkte hätten Bleiwerte über dem Grenzwert aufgewiesen. Bei zehn Prozent sei der Cadmiumgehalt zu hoch gewesen.

Werden Schwermetalle über längere Zeit in großen Mengen vom Körper aufgenommen, können sie schwere Erkrankungen verursachen. Nach dem Ergebnisse der Kontrollen sei billiger Schmuck "häufig problematisch", erklärte die Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV), Juliane Becker. Die LAV koordiniert die Überwachung zwischen den einzelnen Bundesländern. Deren Behörden übernehmen die konkreten Kontrollaufgaben.

Gefahr bestehe vor allem, wenn Stücke verschluckt würden. "Dann sind schwerwiegende, sogar tödliche Vergiftungen möglich." Tschiersky kritisierte die Schmuckbranche. "Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden", erklärte er.

2015 stellten die Kontrolleure erstmals seit Jahren einen massiven Anstieg der Mängel bei Lebensmittelkennzeichnungen fest. Die Beanstandungsquote bei Betriebsprüfungen erhöhte sich von 17,9 Prozent 2014 auf 26,1 Prozent.

Das BVL führte dies auf die Lebensmittelinformationsverordnung zurück, die im Dezember 2014 in Kraft getreten war und teilweise neue Kennzeichnungsvorgaben für Lebensmittel einführte. So muss seither auch bei loser Ware auf potenziell allergieauslösende Stoffe hingewiesen werden, vorher galt dies nur für abgepackte Fertigprodukte. Vor allem kleinere Hersteller wie Bäcker, Metzger und Eisdielen fielen durch Verstöße auf.deutschenews24.de/mrf