Saturday 23 September, 2017
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Nibelungen Intendant verspricht aus Zirkus Agentengeschichete


Veröffentlicht: 04 December 2016 Sunday, 06:10  AM

Nibelungen Intendant verspricht aus Zirkus Agentengeschichete

Bonn, Dec 02 (deutschenews24.de/euronews) – Das neue Stück der Wormser Nibelungen-Festspiele verbindet das Thema Zirkus mit einer Agenten- und Spionagegeschichte. Das sagte der Intendant der Festspiele, Filmproduzent Nico Hofmann, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Erste Schauspieler seien bereits angefragt. Die Bereitschaft, nach Worms zu kommen, sei nach dem Erfolg der diesjährigen Produktion wesentlich größer. «Das gilt auch für Top-Namen, von denen einige auf der Liste stehen.»

Frage: Im August wurde bekannt, dass Ihr Vertrag bis 2022 verlängert wird. Provokativ gefragt: Haben Sie es schon bereut?

Hofmann: Nein, ich habe es überhaupt nicht bereut. Aber ich habe mir vorher lange überlegt, wie ich trotz der Doppelbelastung als alleiniger Geschäftsführer der UFA ab September 2017 weitermachen kann. Ich habe mich im Gegenteil sehr gefreut, als der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel die Intendanz auf fünf Jahre verlängert hat. Innerhalb der fünf Jahre kann man natürlich eine ganz andere Struktur aufbauen und sich langfristig überlegen, welche Autoren und Regisseure wir verpflichten wollen. Das ermöglicht mir eine ganz andere Dramaturgie.

Frage: Gibt es für die nächsten Jahre schon so etwas wie einen roten Faden? Etwas, was Ihnen ganz besonders am Herzen liegt?

Hofmann: Ja, wir arbeiten gemeinsam mit dem künstlerischen Team in Worms an verschiedenen Ideen. Sicher ist, dass wir schon frühzeitig mit einer Auswahl von hochrangigen Autoren und Regisseuren und Regisseurinnen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum zusammenarbeiten wollen. Den ein oder anderen konkreten Namen können wir wahrscheinlich Ende des Jahres nennen, wenn die Verträge unterschrieben sind.

Frage: Ihr bisheriger Festspiel-Autor Albert Ostermaier und der Regisseur der vergangenen und der kommenden Festspiele, Nuran David Calis, werden dann nicht mehr dabei sein?

Hofmann: Mit Albert Ostermaier und Nuran David Calis verbindet mich eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die ich nicht missen möchte. Im letzten Jahr haben die Nibelungenfestspiele mit «GOLD» einen neuen Weg eingeschlagen, den ich auch weiter gehen möchte.

Frage: Wird man 2017 unter den Schauspielern das ein oder andere bekannte Gesicht sehen, zum Beispiel Uwe Ochsenknecht?

Hofmann: Das komplette Stück liegt seit kurzem vor. Wir haben jetzt angefangen, die Besetzungsideen aufzuschreiben und die Schauspieler anzufragen. Was ich sagen kann, nach dem Erfolg der diesjährigen Produktion ist die Bereitschaft von Schauspielern, nach Worms zu kommen, wesentlich größer. Das gilt auch für Top-Namen, von denen einige auf der Liste stehen.

Frage: Im neuen Stück ziehen deutsche Offiziere im Ersten Weltkrieg als Zirkustruppe verkleidet mit dem Nibelungenstück durch den Nahen Osten, um die von Briten besetzten persischen Ölquellen anzugreifen. Soll damit auch eine Beteiligung Deutschlands an der Entwicklung der Region thematisiert werden?

Hofmann: Albert Ostermaier hat eine historische Begebenheit verarbeitet, die auch ich bis dahin nicht kannte. Es ist ein unheimlich spannendes Thema und es war sehr interessant, als Albert mir die historischen Bücher und die Fotos gezeigt hat. Im Stück «GLUT. Siegfried von Arabien» geht es generell um den Begriff Kolonialismus, um die Frage: Was macht Kolonialismus aus. Es geht um moralische Besitzansprüche, darum, anderen Kulturen erklären zu wollen, wie sie zu leben haben. Oder sie abhängig zu machen von der eigenen Kultur.

Frage: Gibt es da aktuelle Bezüge?

Hofmann: Da drängt sich natürlich eine sehr intensive politische Debatte auf, die sich zwischen Donald Trump und den Konflikten im Nahen Osten bewegt. Anderseits handelt es sich um Themen wie Toleranz und den Umgang mit anderen Kulturen - ganz ursprüngliche Themen des Nibelungenstoffs.

Frage: Wird es eine Komödie oder eine Tragödie werden?

Hofmann: Beides! Es hat sehr, sehr viel mit Zirkus zu tun. Wobei der Zirkus, wie wir wissen, ja traurig und lustig zugleich sein kann. Alle großen Clowns sind lustig und traurig zur gleichen Zeit. Das Stück ist sehr spielfreudig, alles findet auf einer sehr großen Bühne statt. Es verbindet die Elemente des großen Zirkus mit einer Agenten- und Spionagegeschichte. Calis kann verschiedene Genres geschickt zueinanderbringen. Und das wird er hier nächstes Jahr wieder unter Beweis stellen.

ZUR PERSON: Nico Hofmann («Unsere Mütter, unsere Väter») kam 1959 in Heidelberg zur Welt. Einer Ausbildung zum Zeitungsredakteur schloss sich ein Studium an der Staatlichen Hochschule für Fernsehen und Film in München an. Nach diversen Regiearbeiten verlegte er sich Ende der 90er Jahre auf die Produktion. Seit 2013 ist er Vorsitzender Geschäftsführer der UFA Fiction.

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