Sunday 17 December, 2017
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Teleksatellit "Made in Germany" erfolgreich ins All gestartet


Veröffentlicht: 29 January 2017 Sunday, 02:00  AM

Teleksatellit "Made in Germany" erfolgreich ins All gestartet

Satellit "Made in Germany" ins All gestartet/AFP/Archiv / jody amiet

Kourou, Jan 29 (deutschenews24.de/AFP) - Erstmals seit rund 25 Jahren ist wieder ein in Deutschland entwickelter und gebauter Telekommunikationssatellit ins All gestartet. Der Satellit "Hispasat 36W-1" hob am späten Freitagabend um 22.03 Uhr (Ortszeit, 02.03 Uhr MEZ) an Bord einer russischen Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ab. Wie das Weltraumunternehmen Arianespace mitteilte, erreichte der Satellit wie vorgesehen die geostationäre Umlaufbahn.

"Hispasat 36W-1" soll in 36.000 Kilometern Höhe arbeiten. Der Satellit des spanischen Telekommunikationsdienstleisters Hispasat ist der erste des neuen, von Deutschland geführten Programms SmallGEO, das von der Europäischen Weltraumagentur ESA gefördert wird. SmallGeo ist eine Plattform für kleinere, flexibel einsetzbare Satelliten mit dem vergleichsweise geringen Gewicht von gut drei Tonnen.

Entwickelt und gebaut wurde SmallGEO vom Bremer Raumfahrtkonzern OHB System. Die Verantwortung für die Nutzlast des Satelliten hat die Tesat Spacecom GmbH aus dem baden-württembergischen Backnang. Das Management des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt das SmallGEO-Programm mit rund 150 Millionen Euro aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums und ist damit der größte Beitragszahler dieses ESA-Programms.

Das Wirtschaftsministerium in Berlin bezeichnete den erfolgreichen Start des Satelliten als "wichtigen Meilenstein". Damit sei "ein weiteres Stück deutscher Raumfahrtgeschichte geschrieben" worden, erklärte Staatssekretär Matthias Machnig. Der Satellit dient der Übertragung von Datenströmen und audiovisuellen Anwendungen, die Plattform kann aber auch für die Erdbeobachtung genutzt werden.

Mit dem Jungfernflug von SmallGEO tritt Deutschland erstmals seit einem Vierteljahrhundert wieder als Anbieter für den Bau von Satelliten im kommerziell wichtigen und wachsenden Telekommunikationsmarkt auf. Arianespace zufolge sind Kommunikationsdienstleistungen in Europa, den Kanarischen Inseln und Südamerika geplant.

Die flexible Satellitenplattform hat eine Lebensdauer von rund 15 Jahren. Sie soll unter anderem auch in dem deutschen Technologieerprobungssatelliten "Heinrich Hertz" genutzt werden, der 2020 ins All starten soll.

/mrf/