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Stasiopfer-Gedenkstätte: 2016 fast eine halbe Million Besucher


Veröffentlicht: 31 December 2016 Saturday, 05:20  AM

Stasiopfer-Gedenkstätte: 2016 fast eine halbe Million Besucher

Das Interesse an der Vergangenheit reißt nicht ab: In diesem Jahr haben knapp 455 000 Interessierte die Stasiopfer- Gedenkstätte im Osten der deutschen Hauptstadt Berlin besucht. Dies sei ein Rekord, teilte die Einrichtung am Freitag mit. Im Vergleich zu 2015 kamen rund 11 000 Menschen mehr. Seit Gründung der Gedenkstätte 1994 in Berlin-Hohenschönhausen seien die Besucherzahlen ununterbrochen gestiegen, hieß es.

Insgesamt haben damit mehr als 4,4 Millionen Besucher die frühere zentrale Untersuchungshaft der DDR-Staatssicherheit mit original erhaltenen Zellen und Verhörräumen besichtigt. Etwa die Hälfte der Besucher in diesem Jahr waren laut Mitteilung Schüler.

Die meisten Besucher (300 000) kamen demnach zu einer Gruppenführung, vor allem aus Nordrhein-Westfalen (45 000), Bayern (44 500) und Baden-Württemberg (37 000). Aus Berlin wurden 14 100 Gruppenbesucher gezählt, etwas weniger als 2015. Aus den neuen Bundesländern kamen 13 300 Besucher in Gruppen. 71 000 Interessierte reisten aus dem Ausland an. Rundgänge gibt es auch in Englisch und Russisch.

Zudem kann man sich in der Dauerausstellung «Inhaftiert in Hohenschönhausen: Zeugnisse politischer Verfolgung 1945-1989» informieren. Seit der Eröffnung im Oktober 2013 sahen fast 200 000 Besucher die Schau.

In dem Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit waren von 1951 bis 1989 mehr als 11 000 Menschen eingesperrt. Auch Oppositionelle wie Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs, Ulrike Poppe oder Freya Klier waren in Hohenschönhausen inhaftiert.

Isolation und Überwachung prägten den Gefängnisalltag. Sie wurden hier verhört, um sie dann vor Gericht zu stellen. Hunderte Stasi-Mitarbeiter sollten laut Gedenkstätte dafür sorgen, dass die Gefangenen verwertbare Aussagen für eine Verurteilung machen.

 

/mrf/